So funktioniert NBI

Narrow Band Imaging (NBI) von Olympus ist eine optische Technologie, die für verschiedene medizinische Fachrichtungen zur Verfügung steht und hilft, kleinste Gefäß- und Schleimhautstrukturen darzustellen. NBI nutzt nur die Wellenlängen des Lichts, die vom Hämoglobin absorbiert werden und damit einen maximalen Kontrast zwischen Blutgefäß und umgebender Schleimhaut ermöglichen. Verschiedene Studien zeigen den klinischen Vorteil von NBI, insbesondere im Hinblick auf die Erkennung von Krebs und die Charakterisierung verdächtiger Mukosabereiche. Im Vergleich zur Endoskopie mit Weißlicht sind die Bilder von Kapillaren weniger verschwommen, und die Wahrscheinlichkeit, eine Läsion zu übersehen, ist geringer.

Klinische und praktische Vorteile von NBI

  • Ein System für alle endoskopischen Fachbereiche im Krankenhaus
  • Höhere Qualität der Ergebnisse aufgrund einer frühzeitigen Erkennung von Tumoren und Schleimhautveränderungen
  • In-situ-Charakterisierung von Gewebe während Koloskopien wird Realität
  • Keine Vorbereitung erforderlich – die Technologie steht per Knopfdruck und ohne Zusatzkosten zur Verfügung
  • Umfassende Schulungen sind online und unter der fachlichen Leitung renommierter Spezialisten verfügbar

NBI mit EVIS EXERA III
mehr Leistung für die präzise Diagnose

Das innovative EVIS EXERA III Video-Endoskopiesystem von Olympus verfügt über die optimierte NBI-Technologie. Jede Komponente wurde weiterentwickelt, um optimale Bilder zu erzeugen. Mit einer helleren Lichtquelle, einem verbesserten CCD und der 3D-Rauschreduktion bietet das gesamte System im Vergleich zum EVIS EXERA II eine 2x größere Sichtweite – für mehr Flexibilität und eine schnellere endoskopische Untersuchung.

Das Ergebnis
Verbesserte Detektion und neue Perspektiven für diagnostische Abläufe.

Ösophagus

Diese Schlussfolgerung ist einer internationalen randomisierten Crossover-Studie zu entnehmen, die HD-WLE und NBI bei 123 Patienten vergleicht und von Sharma et al. in Gut. 2013, 62 (1), S. 15–21 veröffentlicht wurde.

Das Ziel der Studie bestand darin, die hochauflösende Weißlicht-Endoskopie (HD-WLE) nach dem Seattle-Protokoll und die gezielte NBI-Biopsie für die Erkennung von IM und neoplastischem Gewebe beim Barrett-Ösophagus zu vergleichen. Die Autoren untersuchten die Unterschiede zwischen HD-WLE- und NBI-Biopsien im Hinblick auf (1) den Anteil der Patienten mit intestinaler Metaplasie und Neoplasie, (2) den Anteil des neoplastischen Areals sowie (3) die Anzahl der insgesamt durchgeführten Biopsien.

Die Ergebnisse: Bei der Erkennung der IM wurden für HD-WLE und NBI jeweils Erkennungsraten von 92 % festgestellt. Während mit HD-WLE durchschnittlich 7,6 Biopsien pro Patient erforderlich waren, wurden bei NBI nur 3,6 Biopsien benötigt. Bei der Erkennung einer Dysplasie war das diagnostische Ergebnis mit HD-WLE und NBI vergleichbar. Mit der NBI-Technik waren jedoch weniger Biopsien als mit HD-WLE bei Patienten mit kurzstreckigem BO (3,0 vs. 3,9) und Patienten mit langstreckigem BO (4,1 vs. 10,9) erforderlich.

Somit kann NBI die Effizienz des endoskopischen Screenings und der Überwachung des Barrett-Ösophagus verbessern und außerdem die Pathologiekosten senken, da weniger Biopsien erforderlich sind.

Dieses Ergebnis wurde von Manabu Muto et al.in einer randomisierten kontrollierten klinischen Studie mit 360 Patienten festgestellt, in der die Echtzeit-Erkennungsrate für das oberflächliche SCC und HNSCC mit WLE und NBI in einem „Back-to-Back“-Design verglichen wurde. Einzelheiten finden sich im Journal of Clinical Oncology. 2010, 28 (9), S. 1566–1572.

Speiseröhrenkrebs gehört weltweit zu den acht häufigsten Krebsarten und hat zumeist eine ungünstige Prognose. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Weißlicht-Endoskopie eine schlechte Erkennungsrate für Karzinome im Frühstadium erzielt. Daher werden das ösophageale SCC sowie das SCC im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) häufig erst in einem späten Stadium diagnostiziert. Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, ob die Erkennungsrate von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich und Ösophagus durch die NBI-Endoskopie verbessert werden kann.

Die Ergebnisse waren vielversprechend. Während mit der primären NBI-Endoskopie alle oberflächlichen Karzinome (100 %) im Kopf-Hals-Bereich diagnostiziert wurden, konnten mit der primären WLE-Technik nur 8,0 % erkannt werden (Tabelle 1). Im Ösophagus lag die Erkennungsrate mit der primären NBI-Endoskopie bei 97 % der Läsionen, während die primäre WLE nur 55 % erzielte. Die Erkennungsrate der sekundären NBI-Endoskopie nach einer primären WLE lag im Kopf-Hals-Bereich (8,0 % vs. 77 %) und im Ösophagus (55 % vs. 95 %) signifikant höher. Wenn hingegen eine sekundäre WLE auf die NBI-Endoskopie folgte, ging die Erkennungsrate zurück. Es wurden sogar 57 % der oberflächlichen Karzinome im Kopf-Hals-Bereich und 23 im Ösophagus nur mit der NBI-Technik erkannt. Es gab nur eine Läsion, die bei der WLE erkannt, bei der sekundären NBI-Endoskopie jedoch übersehen wurde.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die NBI-Technik eine signifikant höhere Erkennungsrate für das SCC erzielt als die Weißlicht-Endoskopie und zur Standarduntersuchung für die Früherkennung oberflächlicher Karzinome im Kopf-Hals-Bereich und Ösophagus werden kann.

Kolon

Eine Meta-Analyse vonMcGill et al.wurde in Gut 2013; 62: 1704–1713 veröffentlicht und bezieht 28 Studien zur Leistungsfähigkeit der NBI-Koloskopie in der Echtzeit-Diagnose ein. Die Autoren haben festgestellt, dass die endoskopische Echtzeit-Diagnose kolorektaler Polypen mit NBI äußerst präzise ist, wobei die Fläche unter der SROC-Kurve über >0,90 liegt. Vorhersagen mit hoher Konfidenz ergeben eine Sensitivität und einen NPV >90 % für eine adenomatöse Histologie. Außerdem stimmten die Vorhersagen im Überwachungsintervall auf der Basis der optischen Diagnose bei über 90 % der Patienten mit der Pathologie überein.

Schlussfolgernd kann man sagen, dass die Anwendung der optischen NBI-Diagnose kolorektaler Polypen, insbesondere bei Vorhersagen mit hoher Konfidenz, ein großes Potenzial für eine kostengünstigere und effizientere Koloskopie aufweist, da die Notwendigkeit einer pathologischen Untersuchung deutlich gesenkt wird.

Hewett et al.Hewett et al. entwickelten ein einfach anzuwendendes Tool, um die Histologie kolorektaler Polypen zu beurteilen: die NBI-International-Colorectal-Endoscopic-Klassifikation (NICE). Ihre randomisierte kontrollierte multizentrische Studie, die in Gastroenterology, 2012, 143 (3), S. 599-607 veröffentlicht wurde, bietet nicht nur ein einfaches Tool für die NBI-gestützte Echtzeit-Beurteilung kolorektaler Polypen, sondern zeigt auch, dass die Anwendung dieses Klassifikationsschemas ausreichend präzise ist, um den „Resect-and-Discard“-Grundsatz zu erwägen, welcher wiederum einen vielversprechenden Ansatz zur Einsparung von Pathologiekosten darstellt.

Die Kriterien der NICE-Klassifikation wurden sowohl gemeinsam mit Experten als auch Kollegen bewertet, um dann eine Gesamtvorhersage der Histologie vorzunehmen. Für Oberflächenmuster wurden die höchsten Werte bei Genauigkeit, Sensibilität, Spezifizität und negativem Vorhersagewert erreicht. Bei der Kombination der Kriterien wurde für das Vorliegen adenomatöser Merkmale eine Gesamtgenauigkeit, Sensibilität und Spezifizität von 92 %, 92 % bzw. 95 % ermittelt. Der negative Vorhersagewert für eine adenomatöse Histologie lag bei 92 %. Diese Werte stiegen weiter, wenn Vorhersagen mit geringer Konfidenz ausgeschlossen wurden.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die NICE-Klassifikation, in Kombination mit hochauflösender Endoskopie, geeignet ist, zwischen hyperplastischen und adenomatösen Polypen zu differenzieren. Da sie die minimalen Leistungsrichtwerte für die Beurteilung der Histologie diminutiver kolorektaler Polypen erfüllt, kann sie wesentlich zur Senkung der Kosten der Koloskopie beitragen.

Am Anfang steht eine gute Vorbereitung

Insbesondere bei der Koloskopie ist eine gute Vorbereitung obligatorisch. Wenn der Darm unzureichend vorbereitet wurde, ist eine optische Diagnose sehr schwierig. Sie müssen sicherstellen, dass der Patient die Einschränkungen hinsichtlich der Ernährung versteht und befolgt. Wenn Sie Polyethylenglykol (PEG) gegenüber Natriumphosphat bevorzugen, sollten Sie eine Aufteilung der Dosis (2,0 bis 4,0 l) in Betracht ziehen, um die Akzeptanz zu erhöhen (Kilgore et al.).

Spülpumpen

Spülpumpen sind äußerst nützlich, um Rückstände und verbleibendes organisches Material auszuspülen und so eine klare Sicht auf die Schleimhaut zu erhalten. Die Verwendung von Spülpumpen vereinfacht auch die Identifizierung von Blutungsquellen, und Organe können schnell mit Flüssigkeit gefüllt werden, um eine „Unterwasser“-Endoskopie oder endoskopische Ultraschallverfahren durchzuführen.

HDTV

Je höher die Bildauflösung, desto größer ist die Chance, Läsionen in einem frühen Stadium zu erkennen. EVIS EXERA III bietet eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel, sodass Sie deutlich mehr erkennen. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass Ihre Bilder mehrere Stationen passieren müssen, bevor sie angezeigt werden. Bei Olympus bezeichnen wir diese Stationen als die HDTV-Kette.

Pre-Freeze

Das neue EVIS EXERA III CV-190 puffert automatisch eine kontinuierliche, schnelle Serie mit Bildern des Eingriffs. Bei der Aufnahme eines Standbildes analysiert die Pre-Freeze-Funktion die letzten Bilder und zeigt das schärfste Bild der gewünschten Ansicht an, um es dann zu speichern. So lässt sich innerhalb kürzester Zeit ein deutliches optisches Protokoll des Eingriffs erstellen, und wiederholte Aufnahmen werden auf ein Minimum beschränkt.

Dual Focus

Mit einem innovativen zweistufigen optischen System ermöglichen die EVIS EXERA III Endoskope die Umschaltung zwischen zwei Fokuseinstellungen: „Normal-Modus“ und „Nah-Modus“. Obwohl hinsichtlich der diagnostischen Leistungsfähigkeit mit älteren Zoom-Endoskopen vergleichbar, sind die neuen Endoskope der Reihe HQ190 mit Dual Focus den Zoom-Endoskopen in Bezug auf die Handhabung überlegen.

Optische Diagnostik mit NBI – Schulung

Der Anspruch von Olympus ist es, die fortschrittlichsten Technologien für die endoskopische Diagnostik und Behandlung zur Verfügung zu stellen, damit Sie die Versorgung Ihrer Patienten optimieren können.

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