Hamburg, 04.04.2019 | Story | Unternehmen 100 Jahre Olympus – ein Rückblick

Ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges floriert Japans Wirtschaft. Der Export boomt. Yamashita, der für das Handelsunternehmen Tokiwa Shokai den Zuckerimport verantwortet, erkennt eine Marktlücke: Mikroskope. Während hochwertige Geräte allesamt aus Europa stammen, setzt er sich daran, ein wettbewerbsfähiges Produkt zu entwickeln.

Events
  • Teilen:
olympian_optics_1500x1000_01

Die 1920er bis 1950er

Im Anschluss an den Wiederaufbau Tokios nach dem großen Kantō-Erdbeben 1923 stehen die 1930er-Jahre im Zeichen des Wachstums. Den Takachiho-Ingenieuren gelingen entscheidende Fortschritte. So entwickeln sie den Protypen eines metallurgischen Mikroskops, das dem weltweit führenden Reinhart-Modell ebenbürtig ist. Zudem fällt 1936 der Startschuss für das Kamera-Business.

Der Zweite Weltkrieg markiert eine Zäsur: Für Japan und für Olympus. Zahlreiche Fabriken sind zerstört, Teile der Produktion ausgelagert. Der Fortschrittswille ist indes ungebrochen. Innerhalb weniger Jahre baut das Unternehmen seine Werke wieder auf und modernisiert bestehende Fabriken grundlegend.

Mit diesem neuen Selbstbewusstsein und neuer Strategie hat das Unternehmen nun nicht mehr nur den japanischen, sondern auch den Weltmarkt im Blick. Es macht mit der Entwicklung der weltweit ersten Gastrokamera als Pioneer erste Schritte in ein Geschäftsfeld mit goldener Zukunft: Die Medizintechnik.

Die 1960er bis 1980er

Japans Wirtschaft boomt, Olympus wächst. Das Jahrzehnt der Kamera bricht an. Designer Yoshihisa Maitani entwickelt die legendäre Olympus PEN, deren gesamte Serie sich weltweit über 8 Millionen Mal verkauft. Das Unternehmen expandiert, exportiert und investiert und entwickelt sich zu einem integriert arbeitenden Optikhersteller.

Doch die Ölkrisen Anfang und Ende der 1970er-Jahre bringen die westlichen Industrieländer und auch Japan in eine prekäre Situation: Die Kosten für Produktion und Erdöl explodieren. Die Wirtschaft schrumpft. Und auch für Olympus scheinen die fetten Jahre zunächst vorbei zu sein.

In den Achzigern reagiert auch Olympus auf den wirtschaftlichen Aufschwung Japans. Um dem rasanten Exportwachstum standzuhalten, weitet das Unternehmen sein Vetriebsnetzwerk im Ausland aus.

Die 1990er bis 2010er

Die zweite Hälfte der 90er-Jahre steht im Zeichen der Digitalkameras: Olympus erwirtschaftet einen Umsatzrekord von über 300 Milliarden Yen.

Auch die Verkaufszahlen von Gastroendoskopen und anderen medizinischen Geräten steigen zunächst kontinuierlich, dann sprunghaft. Olympus investiert in neue Standorte und baut sein Medizintechnikgeschäft in Südostasien, China und Korea aus und bringt wegweisende Innovationen wie das HD-Endoskop Evis Lucera und die NBI-Technologie auf den Markt.

Der Bilanzskandal 2011 stürzt Olympus in eine tiefe Krise. Doch Krisen bergen Chancen. Und Olympus nutzt seine. Dem Unternehmen gelingt die Kehrtwende. In Rekordzeit reformiert es sämtliche Geschäftsbereiche. Eine neue Führungskultur sorgt für mehr Transparenz. Olympus installiert zudem externe Kontrollmechanismen. Künftig soll wieder das im Vordergrund stehen, was Gründer Yamashita einst predigte: Einzigartige Produkte herzustellen.